
Marlie (Jg. 11) in Prato, Italien (Schuljahr 2025/26)
Mein Erasmus+ Abenteuer in Prato, Italien
Ich möchte meine bisherigen Erfahrungen in Prato, Italien, mit euch teilen. Diese Stadt hat sich als ein wahres Juwel herausgestellt, in dem es immer etwas zu entdecken gibt. Jedes Wochenende gibt es lebhafte Märkte, die mit ihrer Atmosphäre und den bunten Ständen einfach zum Verweilen einladen.
Die Chance ergreifen
Erasmus+ hat mir die unglaubliche Möglichkeit gegeben, für drei Monate nach Italien zu gehen, ohne dass meine Familie dafür viel Geld aufbringen musste. Ursprünglich hatte ich nie gedacht, dass ich so eine Auslandserfahrung machen könnte, da meine Familie groß ist und wir nicht genug Platz für einen Austauschschüler haben. Als mir Frau Heuwagen von der Chance erzählte, für ein halbes Schuljahr ins Internat Convitto Cicognini zu gehen, war ich zunächst überwältigt. Die Vorstellung, nach Italien zu gehen, schien wie ein Traum.
Ankunft und erste Eindrücke
Die Vorfreude war riesig, und als ich schließlich in Prato ankam, war ich überwältigt von der Schönheit der Stadt. Der italienische Schinken, den ich gleich am ersten Abend probieren konnte, war nur der Anfang. Die malerischen Berge, die charmanten Geschäfte und die freundlichen Menschen um mich herum haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Am nächsten Tag stand dann der erste Schultag an, und ich war total aufgeregt. Ich fragte mich, wie es wohl sein würde, mit anderen Schülern ein Zimmer zu teilen und ob ich mich überhaupt verständigen könnte, mit meinem noch recht bescheidenen A2-Italienisch.
Herausforderungen meistern
Der erste Blick auf die Schule – unsere Partnerschule Convitto Cicognini – war wie aus einem Film – die Flure erinnerten mich an Harry Potter! Doch die ersten Tage waren nicht einfach. Der Unterricht war ganz anders als in Deutschland, und ich verstand anfangs kaum etwas. Es war frustrierend, aber ich wusste, dass ich mich anstrengen musste, um die Sprache zu lernen. Ich versuchte, mich in den Unterricht einzufügen, auch wenn ich oft nur Bahnhof verstand. Aber das Feedback meiner Mitschüler war ermutigend: „Das ist normal am Anfang, mach dir keinen Kopf“
Kulturelle Erlebnisse
In den ersten Wochen habe ich viele Städte besucht, und jeder Ausflug war ein neues Abenteuer. Mein erster Trip nach Florenz war einfach magisch. Die atemberaubende Architektur und die lebendige Atmosphäre haben mich sofort begeistert. Ich fühlte mich wie in einem Märchen, als ich durch die Straßen schlenderte, die Sehenswürdigkeiten bewunderte und das beste glutenfreie Eis der Stadt genoss. Bologna war ein weiteres Highlight – die gigantischen Gebäude und die hilfsbereiten Menschen haben mich beeindruckt. Ich habe sogar ein Souvenir in Form des Buches „Pinocchio“ von einem kleinen Büchermarkt mitgenommen!
Ein Tiefpunkt
Natürlich gab es auch Herausforderungen. Als ich krank wurde, fühlte ich mich sehr allein. Normalerweise gehen die Schüler im Internat nach Hause, wenn sie krank sind, aber das war für mich nicht möglich. Das Heimweh überkam mich, und ich sehnte mich nach meiner Familie, die mir einfach nur eine warme Suppe und einen Kinderfilm bringen konnte. In diesen Momenten wurde mir klar, wie weit weg ich war und dass ich bis Weihnachten auf eine Rückkehr warten musste. Aber ich wusste auch, dass solche Gefühle Teil des Abenteuers sind.
Fortschritte
Nach einigen Wochen stellte ich fest, dass sich mein Italienisch erheblich verbessert hatte. Ich begann, in normalen Gesprächen mehr zu verstehen und konnte sogar im Unterricht mitmachen. Es war ein tolles Gefühl, als ich mich z.B. endlich traute, mir eine Gleichung in Mathe auf Italienisch erklären zu lassen. Auch in der Hausaufgabenbetreuung fand ich kreative Wege, mich zu beschäftigen, wie zum Beispiel das Häkeln von Weihnachtsgeschenken, nachdem mir eine Dame names Rosa kurz zuvor auf einem Fest das Häkeln von Granny Square beigebracht hatte – auf Italienisch natürlich!
Fazit
Erasmus+ bietet eine einmalige Chance, eine neue Kultur kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich bin so dankbar für diese Erfahrung, die mir nicht nur neue Perspektiven eröffnet hat, sondern mich auch persönlich wachsen ließ. Ich kann es kaum erwarten, was die nächste Zeit noch bringen wird!





